Berichte
Jugendstunde mit Bischof Makulla
Donnerstag, 10.11.2011 | Autor/Fotos Marcel Müller
Etwa 50 Jugendliche des Bezirkes Iserlohn diskutierten am Dienstag, den 8. November in der Neuapostolischen Kirche Neheim-Hüsten über die Frage "Immer mutig vorwärts - Frage oder Überzeugung?" Die jungen Christen erarbeiteten unter Moderation von Bischof Karl-Erich Makulla Möglichkeiten, den Glauben zu bekennen und auch mit härteren Anfeindungen aus religiösen Gründen umzugehen.
Lächelnd schaute Bischof Karl-Erich Makulla in die Runde. Um einen Stuhlkreis hatte er gebeten. Nicht, um sich demonstrativ reinzustellen, nein. Er setzte sich zwischen die Jugendlichen - sehr wohl wissend, worauf eine angenehme Gesprächsatmosphäre gründet: Vertrauen, symmetrische Kommunikation.
Stille. Alles wartet auf den Anfang. Das Thema, so deutete der Bischof an, hat irgendetwas mit dem Lied "Immer mutig vorwärts" zu tun. Doch seine erste Frage geht in eine völlig andere Richtung: "Welche Empfindungen habt ihr noch vom Gottesdienst für die Entschlafenen?" Nach kurzem Überlegen heben einige Teilnehmer den Arm. Zaghaft kommen die ersten Antworten: "Sehr bewegend" oder "Wirklich großartig".
Schnell merken die Jugendlichen, dass sie verstanden werden. Die Beiträge werden emotionaler, schlicht länger: "Man hatte das Gefühl Roland wollte aufhören am Altar zu sprechen, aber er konnte nicht", berichtet Tim Ogniwek. Der Angesprochene, Jugendbeauftragter Roland Pohlmann, steigt in das Gespräch mit ein: "Das stimmt", meint er. "So ist es öfters: Man will aufhören, aber es geht einfach nicht." Abschließend ergreift Makulla das Wort, fasst die Empfindungen zusammen: "Die Arbeit an den Seelen in der Ewigkeit geht weiter. Nach dem Gottesdienst ist vor dem Gottesdienst", gibt er zu bedenken.
"Wie kann ich meinen Glauben bekennen und mit Diskrimination umgehen", fragt ein Jugendlicher im zweiten Teil. Die Frage war Gegenstand in einer der letzten Jugendstunden, ohne ausreichend beantwortet worden zu sein. Der Bischof gibt die Frage zunächst weiter, erfasst die Ist-Situation: "Wie erlebt ihr das?" Bei der Gruppe ist die Anspannung der ersten Minuten verflogen. Einer nach dem anderen berichtet von seinen persönlichen Erfahrungen mit dem Glauben und Diskrimination.
"Ich bin überrascht", gesteht er, nachdem die Jugendlichen mit ihren Beiträgen zum Ende kommen. Nun antwortet er selbst: "Ich habe das auch erlebt, vielfach! Und ein Patentrezept habe ich für euch leider nicht." Kein Rezept - aber ein paar gute Ratschläge: "Sucht die Kommunikation und seid stets freundlich. Nur so könnt ihr Vorurteile abbauen." Schließlich, so rät er aber, ist das beste Rezept, die eigene Überzeugung ausstrahlen: "Lebt nach den Werten des Glaubens und bekennt euch zu Gott - dann bekennt er sich auch zu euch."
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